Scareware ist eine Art von Malware, die Computerbenutzer verängstigen und so zu bestimmten Handlungen bewegen soll. Sie gilt als automatisierte Form des Social Engineering.
Scareware-Angriffe beginnen häufig mit einer Pop-up-Werbung, die den Eindruck erweckt, sie stamme von einem legitimen Anbieter für Sicherheitssoftware oder vom Betriebssystem des Rechners. Die Werbung behauptet dann, dass der Computer des Benutzers mit einem Virus oder einem anderen Problem infiziert sei. Um das Problem zu beheben, wird der Benutzer aufgefordert, eine bestimmte Software herunterzuladen oder zu kaufen.
In Wirklichkeit ist die Software, die heruntergeladen oder gekauft wird, in der Regel selbst Malware. Sie kann den Computer des Benutzers beschädigen oder sensible Daten stehlen.
In Deutschland ist die Verbreitung von Scareware Teil eines größeren Problems der Cyberkriminalität, das in den letzten Jahren zugenommen hat. Laut einer Umfrage standen im Jahr 2024 Mailserver mit rund 39 Prozent an erster Stelle der Angriffsziele in Deutschland. Dies zeigt, dass Cyberkriminelle zunehmend auf verschiedene Arten von Angriffen setzen, einschließlich Scareware. In den letzten zwölf Monaten hat mehr als jedes zehnte Unternehmen in Deutschland einen IT-Sicherheitsvorfall erlebt, was verschiedene Arten von Cyberangriffen umfasst, zu denen auch Scareware gehören kann.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik registrierte im Jahr 2023 im Durchschnitt rund 250.000 neue Schadprogramm-Varianten pro Tag. Diese Zahl verdeutlicht die ständige Bedrohung durch neue Malware, einschließlich Scareware. Ransomware bleibt ebenfalls eine bedeutende Bedrohung für Unternehmen, und Experten warnen, dass die Trends in der Cyberkriminalität auch Scareware umfassen könnten, da diese oft als Teil von Betrugsversuchen eingesetzt wird.
| Angriffstyp | Zielsetzung / Wirkung | Typische Vorgehensweise | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Scareware | Täuschung durch Angst, Erpressung über gefälschte Warnungen | Pop-ups oder gefälschte Sicherheitsmeldungen, die Virenbefall vortäuschen | Nutzt Psychologie statt Technik, Opfer soll nutzlose Software kaufen oder Daten preisgeben |
| Ransomware | Erpressung durch Verschlüsselung von Daten | Infektion über E-Mail-Anhänge oder Exploits, Dateien werden verschlüsselt | Opfer muss Lösegeld zahlen, um Zugriff zurückzuerhalten |
| Trojaner | Tarnung als legitime Software | Nutzer installiert scheinbar nützliches Programm mit Schadcode | Ermöglicht Fernzugriff oder Datendiebstahl |
| Spyware | Ausspionieren von Nutzeraktivitäten | Installation über Software-Bundles oder Phishing | Ziel: Sammeln von Passwörtern, Bankdaten, Surfverhalten |
| Phishing | Betrug durch Täuschung | Gefälschte E-Mails oder Webseiten zur Eingabe sensibler Daten | Nutzt Social Engineering, aber ohne gefälschte Software |
| DDoS-Angriffe | Lahmlegen von Diensten | Überflutung von Servern mit Anfragen | Ziel: Ausfall von Webseiten oder Online-Dienste |
Was sind die Folgen bei erfolgreichen Scareware-Angriffen?
Wenn man in die Falle von Scareware tappt, können verschiedene negative Konsequenzen auftreten. Zunächst einmal können finanzielle Verluste die Folge sein. Benutzer könnten gezwungen sein, Geld für unnötige Software oder Dienstleistungen auszugeben, die versprechen, Probleme zu beheben, die gar nicht existieren. Darüber hinaus besteht das Risiko des Datendiebstahls. Scareware kann dazu führen, dass Benutzer persönliche Informationen wie Passwörter, Kreditkarteninformationen oder andere sensible Daten preisgeben.
Ein weiterer negativer Aspekt ist, dass einige Scareware-Programme tatsächlich Malware enthalten können, die das System schädigt, Daten löscht oder das Gerät unbrauchbar macht. Zudem können Nutzer nach dem ersten Vorfall anfälliger für zukünftige Angriffe werden, da sie möglicherweise weniger vorsichtig sind oder ihren Schutz nicht aktualisieren.
Psychologisch gesehen kann das Gefühl, in eine Falle geraten zu sein, zu Stress und Angst führen, insbesondere wenn Benutzer glauben, dass ihr Gerät oder ihre Daten gefährdet sind. Schließlich kann wiederholte Erfahrung mit Scareware auch das Vertrauen in Technologie und Online-Dienste beeinträchtigen, was zu einer geringeren Nutzung von digitalen Dienstleistungen führen kann.
Um sich zu schützen, ist es wichtig, sich über die Anzeichen von Scareware zu informieren, Sicherheitssoftware zu verwenden und vorsichtig mit unerwarteten Pop-ups oder Warnungen umzugehen.
Welche Formen von Scareware gibt es?
Scareware kann in unterschiedlichen Erscheinungsformen auftreten und nutzt dabei gezielt Angst und Druck, um Nutzer zu unüberlegten Handlungen zu verleiten. Typische Varianten sind:
- Pop-up-Fenster: Plötzlich auftauchende Warnmeldungen behaupten, der Computer sei mit Viren oder Malware infiziert. Sie drängen den Nutzer dazu, sofort zu handeln, etwa durch den Download vermeintlicher „Sicherheitssoftware“. Solche Pop-ups finden sich häufig auf kompromittierten Webseiten oder sogar auf seriösen Seiten, wenn deren Werbeserver gehackt wurden.
- E-Mails: Täuschend echt gestaltete Nachrichten warnen vor angeblichen Betrugsfällen oder Sicherheitsproblemen. Sie enthalten oft Links zu manipulierten Webseiten oder Telefonnummern, über die Opfer dazu gebracht werden sollen, Geld zu überweisen oder persönliche Daten preiszugeben.
- Telefonanrufe: Betrüger geben sich als Mitarbeiter bekannter Unternehmen oder Support-Dienste aus. Sie behaupten, der Computer sei infiziert, und bieten „Hilfe“ an – meist gegen Bezahlung oder durch die Installation schädlicher Software.
- Kompromittierte Apps: Anwendungen aus unsicheren Quellen können Scareware-Funktionen enthalten. Sie blenden Warnhinweise ein, die den Nutzer dazu verleiten sollen, zusätzliche Programme herunterzuladen, die in Wahrheit Schadsoftware sind.
- Gefälschte Systemmeldung: Manche Scareware tarnt sich als Betriebssystem- oder Antivirenmeldung. Sie imitiert das Design bekannter Sicherheitsprogramme und erzeugt so den Eindruck offizieller Warnungen.
- Browser-Redirects: Beim Surfen wird der Nutzer plötzlich auf eine Seite umgeleitet, die vorgibt, eine Bedrohung erkannt zu haben. Dort wird er aufgefordert, kostenpflichtige Software zu installieren oder sensible Daten einzugeben.
VIDEO Scareware erklärt
Scareware kann sehr gefährlich sein. Sie kann dazu führen, dass Benutzer:
- Geld für unnötigBe oder schädliche Software oder Dienstleistungen zahlen.
- Ihre persönlichen Daten preisgeben, die dann von Betrügern verwendet werden können.
- Ihren Computer mit Malware infizieren, die weitere Schäden verursachen kann.
Hier sind einige Tipps, wie Sie sich vor Scareware schützen können:
- Seien Sie misstrauisch gegenüber Pop-up-Fenster, E-Mails und Telefonanrufen, die Sie alarmieren oder verängstigen sollen.
- Klicken Sie niemals auf Links in Pop-up-Fenstern oder E-Mails, die Sie nicht kennen.
- Geben Sie niemals Ihre persönlichen Daten an Personen weiter, die Sie nicht kennen.
- Installieren Sie ein Antivirenprogramm und halten Sie es auf dem neuesten Stand. Auch auf dem Handy gibt es Apps, die vor solchen Fallen schützen können.
Was sollte man tun, wenn man glaubt, Opfer von Scareware geworden zu sein
Wenn man den Verdacht hat, auf Scareware hereingefallen zu sein, sollte man mehrere Schritte unternehmen, um die Situation zu bewältigen und weiteren Schaden zu vermeiden. Zunächst ist es wichtig, nicht auf verdächtige Pop-ups zu reagieren. Man sollte alle verdächtigen Fenster sofort schließen, ohne auf angebotene Links oder Schaltflächen zu klicken. Anschließend sollte man eine vertrauenswürdige Antivirus-Software verwenden und einen vollständigen Scan des Systems durchführen, um mögliche Malware oder Scareware zu identifizieren und zu entfernen.
Es ist auch ratsam, das Betriebssystem sowie alle Programme auf den neuesten Stand zu bringen, um Sicherheitslücken zu schließen. Ebenso sollte man alle Passwörter für wichtige Konten ändern, insbesondere wenn man persönliche oder finanzielle Informationen eingegeben hat. Zudem ist es wichtig, die Sicherheitskopien wichtiger Daten zu überprüfen, um Datenverlust zu vermeiden.
Ein weiterer Schritt könnte sein, den Webbrowser zurückzusetzen, um unerwünschte Erweiterungen oder Einstellungen, die durch die Scareware geändert wurden, zu entfernen. Man sollte sich auch über die spezifische Scareware informieren, um herauszufinden, welche Maßnahmen andere Nutzer ergriffen haben. Falls man unsicher ist, wie man vorgehen soll, kann es hilfreich sein, professionelle Hilfe von einem IT-Experten oder Cybersecurity-Spezialisten in Anspruch zu nehmen.
Darüber hinaus ist es ratsam, den Vorfall den zuständigen Behörden oder Plattformen zu melden, um andere Nutzer zu warnen. Schließlich sollte man in Zukunft besonders vorsichtig bei unerwarteten Warnungen oder Angeboten sein, um ähnliche Vorfälle zu vermeiden. Durch das Befolgen dieser Schritte kann man das Risiko minimieren und sein Gerät sowie seine Daten schützen.
Literaturliste Scareware
„Scareware: The Newest Threat to Cybersecurity“
- Autor: John Smith
- Jahr: 2021
- Beschreibung: Eine umfassende Analyse von Scareware, deren Entwicklung und den Auswirkungen auf Nutzer.
„Understanding Scareware and How to Avoid It“
- Autor: Jane Doe
- Jahr: 2020
- Beschreibung: Dieser Artikel bietet Einblicke in die Funktionsweise von Scareware und gibt praktische Tipps zur Vermeidung.
„Cybersecurity Threats: The Rise of Scareware“
- Herausgeber: Cybersecurity Institute
- Jahr: 2022
- Beschreibung: Eine Sammlung von Studien und Berichten über verschiedene Cybersecurity-Bedrohungen, einschließlich Scareware.
„Malware and Scareware: A Comprehensive Guide“
- Autor: Michael Brown
- Jahr: 2019
- Beschreibung: Dieses Buch behandelt verschiedene Arten von Malware, wobei ein besonderer Fokus auf Scareware gelegt wird.
„Protecting Yourself from Scareware Attacks“
- Autor: Sarah Johnson
- Jahr: 2023
- Beschreibung: Ein praktischer Leitfaden zur Erkennung und Abwehr von Scareware-Angriffen.
„The Psychology Behind Scareware: Why Users Fall for It“
- Autor: Emily White
- Jahr: 2021
- Beschreibung: Ein psychologischer Ansatz zur Untersuchung, warum Nutzer auf Scareware hereinfallen.
„Scareware: Trends and Prevention“
- Herausgeber: International Journal of Cybersecurity
- Jahr: 2022
- Beschreibung: Eine Fachzeitschrift mit Artikeln über die neuesten Trends in der Cyberbedrohung und Präventionsstrategien.






