Spam im eigenen Postfach oder im Messenger bedeutet nicht, dass man selbst einen Fehler gemacht hat. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, wie Spammer komplett ohne Mitwirkung des Opfers an die Kontaktdaten wie Email-Adresse oder Telefon-Nummer kommen können.
Spam lässt sich daher nicht vollständig vermeiden, aber es gibt einige Dinge, die Sie tun können, um die Menge an Spam, die Sie erhalten, zu reduzieren.
Obwohl sich unerwünschte Nachrichten und Anrufe in der heutigen digitalen Welt kaum noch vollständig verhindern lassen, gibt es wirkungsvolle Strategien, um das Aufkommen von Spam spürbar einzudämmen. Der vorsichtige Umgang mit den eigenen Kontaktdaten bildet hierbei die wichtigste Grundlage. Überlegen Sie stets genau, wem Sie Ihre E-Mail-Adresse anvertrauen, und beschränken Sie die Weitergabe auf absolut vertrauenswürdige Unternehmen und Online-Dienste. Müssen Sie Ihre Daten dennoch auf einer Plattform oder in einem Forum eingeben, sollten Sie zwingend darauf achten, dass die Übertragung über eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung erfolgt. Ebenso ratsam ist es, die eigene Adresse nicht öffentlich einzusehen zu lassen – etwa in Online-Telefonbüchern, Branchenverzeichnissen oder Impressen. Sollte sie dort bereits gelistet sein, können Sie beim jeweiligen Anbieter die Löschung verlangen, um automatisierten Sammelprogrammen („Harvestern“) die Arbeit zu erschweren.
Zur Absicherung Ihres E-Mail-Kontos gehört darüber hinaus ein komplexes Passwort. Dieses sollte eine Mindestlänge von 12 Zeichen aufweisen sowie eine ausgewogene Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten. Um die täglich einlaufenden Nachrichten effizient zu filtern, sollten die integrierten Spamfilter Ihres E-Mail-Anbieters oder -Programms durchgehend aktiviert sein. Diese lernfähigen Systeme erkennen verdächtige Muster meist zuverlässig und sortieren unerwünschte Post automatisch in den Spam-Ordner aus.
Zusätzlich ist im digitalen Alltag eine gesunde Skepsis gefragt. Seien Sie besonders wachsam bei E-Mails ohne persönliche Anrede oder solchen, die in auffällig fehlerhaftem Deutsch verfasst sind. Da Spam-Mails häufig maschinell übersetzt werden, verraten sie sich oft durch holprige Formulierungen und Rechtschreibfehler. Klicken Sie niemals auf Verlinkungen in Nachrichten unbekannter Herkunft. Solche Links führen nicht selten auf präparierte Phishing-Websites, deren einziges Ziel es ist, vertrauliche Zugangsdaten oder persönliche Informationen abzugreifen. Aus demselben Grund sollten Sie unter keinen Umständen Dateianhänge von fremden Absendern öffnen oder herunterladen, da sich dahinter gefährliche Schadsoftware verbergen kann. Ein installiertes, stets auf dem neuesten Stand gehaltenes Antivirenprogramm bietet hier eine wichtige zusätzliche Schutzschicht, um eventuelle Malware frühzeitig zu blockieren.
Der Schutz beschränkt sich jedoch nicht nur auf den Posteingang am Computer: Auch auf dem Smartphone nimmt die Belästigung durch unerwünschte Anrufe oder Werbe-SMS zu. Hier schaffen spezielle Anti-Spam-Apps Abhilfe. Diese Erweiterungen vergleichen eingehende Rufnummern in Echtzeit mit umfangreichen Datenbanken und warnen Sie bereits beim Klingeln vor bekannten Betrugs- oder Werbenummern. Mehr dazu hier: Anti-Spam Apps
HINWEIS Der Eintrag in die sogenannte Robinson-Liste kann vor unerwünschter Werbung schützen, vor illegalem Spam schützt er aber in der Regel leider nicht.
Wenn Sie Spam erhalten, können Sie folgende Dinge tun:
- Markieren Sie die E-Mail als Spam. Dies hilft Ihrem E-Mail-Programm, Spam in Zukunft zu erkennen und zu blockieren.
- Melden Sie den Spam an die Bundesnetzagentur. Die Bundesnetzagentur ist die deutsche Regulierungsbehörde für Telekommunikation, Post und Eisenbahnen. Sie ist auch für den Schutz der Verbraucher vor unerwünschter Werbung zuständig.
Wenn Sie glauben, dass Sie Opfer eines Betrugs geworden sind, sollten Sie so schnell wie möglich Anzeige erstatten. Die Polizei kann versuchen, den Täter zu ermitteln und das gestohlene Geld zurückzugewinnen.






